ADFC – Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Augsburg e. V.
2020 hat Ihre Partei das Bürgerbegehren "Fahrradstadt jetzt" unterstützt. Was verstehen Sie unter dem Begriff "Fahrradstadt"?
Öffnen
Eine „Fahrradstadt“ ist für uns eine Stadt, in der die Menschen einen guten Teil der Wege mit dem Fahrrad zurücklegen und das Fahrrad für Viele ein probates Verkehrsmittel für den Alltag ist. Mit dem „Fahrradstadt“-Anspruch ist die Einrichtung eines dichten Netzes breiter und sicherer Radverkehrsanlagen verbunden, flankiert von Sicherheitsmaßnahmen wie Tempo 30, guter Beleuchtung oder deutlichen Markierungen. Ziel ist es, so insbesondere Menschen, die bislang das eigene Auto nutzen, zur Nutzung des Fahrrads zu bewegen. Neben der Infrastruktur gehören auch eine dem Verkehrsmittel Fahrrad angemessene Informations- und Kommunikationsstrategie und die Bereitstellung entsprechender Serviceleistungen (z.B. Luftpumpen im öffentlichen Raum) zum „Fahrradstadt“-Ziel.
Welche drei konkreten Fahrrad-Projekte wollen Sie in der kommenden Amtsperiode mit oberster Priorität umsetzen oder neu anstoßen?
Öffnen
Zunächst geht es aus unserer Sicht darum, dafür Sorge zu tragen, dass das Fahrradstadt-Ziel auch nach Auslaufen des Radvertrags im Juli 2026 weiterhin mit Hochdruck verfolgt wird. Die Kernpunkte des Radvertrags (ein konkret benanntes Programm mittelfristiger Ausbaumaßnahmen, der Grundsatz „breiter Radweg oder Tempo 30 bei Neu- oder Umbau“ und die Unterfütterung des Fahrradstadt-Prozesses mit den notwendigen Stellen und Budgetmitteln) haben sich aus unserer Sicht bewährt und sind unbedingt fortzuführen. Zu den dringlichsten konkreten Maßnahmen zählen aus unserer Sicht insbesondere: a) die Realisierung eines durchgehenden Radwegs entlang der Donauwörther Straße b) eine weitere Fahrradstraße in Pfersee Nord c) Sofortmaßnahmen, um die Nutzung der Unterführung Holzbachstraße sicherer zu gestalten.
2025 wurde eine Machbarkeitsstudie zu Radvorrangrouten in Augsburg durchgeführt. Wie wird Ihre Partei damit weitermachen?
Öffnen
Aus unserer Sicht ist es dringend erforderlich, das Radvorrangroutennetz schnell und beherzt zu verwirklichen. Radvorrangrouten bedeutet insbesondere, bestehende Radverbindungen auszubauen (breitere Wege, bessere Sichtbeziehungen). Dies wird in einer historisch gewachsenen Stadt wie Augsburg nicht ohne Probleme und Zielkonflikte ablaufen können, und dennoch sprechen wir uns dafür aus, die Weichen im Zweifel zugunsten von mehr Verkehrssicherheit für den Radverkehr zu stellen.