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Kulturbeirat

Was sind die drei wichtigsten kulturpolitischen Punkte, die Ihre Partei in der kommenden Wahlperiode (2026–2032) für Augsburg angehen möchte?

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I) Kultur als gestaltende Infrastruktur der Stadt

  • Kultur ist fester Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und prägt die Stadtentwicklung.
  • Zentrale Kulturinstitutionen wie Staatstheater und Museen werden saniert, weiterentwickelt und für die Stadtgesellschaft geöffnet; neue Orte wie das Römische Museum entstehen.
  • Ausbildung, Nachwuchsförderung und Qualitätssicherung sichern langfristig Exzellenz und Wirkung.
  • Klare Strukturen, transparente Steuerung und regelmäßige Überprüfung schaffen Verlässlichkeit und Planungssicherheit.

 

II) Offene Kulturlandschaft, Teilhabe und faire Bedingungen

  • Die Freie Szene wird durch flexible Förderinstrumente, Räume und Sichtbarkeit gestärkt.
  • Kulturelle Bildung wird als Schlüssel für Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Demokratie systematisch ausgebaut.
  • Beteiligung von Kulturakteur*innen und Stadtgesellschaft.
  • Kulturpolitik wird verständlich, sichtbar und dialogorientiert kommuniziert.
  • Etablierung von Dritten Orten 

 

III) Zukunft, Innovation und internationale Vernetzung 

  • Digitalisierung wird als künstlerisches und strukturelles Innovationsfeld genutzt (Digitaltheater, hybride Formate, KI, Plattformen).
  • Augsburg positioniert sich als europäisch vernetzter Kulturstandort mit internationaler Ausstrahlung.
  • Kultur- und Kreativwirtschaftsförderung werden zusammen gedacht. Kultur wird gezielt als Experimentierraum für neue Formate, Kooperationen und gesellschaftliche Fragen gefördert. (Weiterentwicklung der Projektförderung)

Wie soll aus Ihrer Sicht eine verlässliche, transparente und langfristige Förderung insbesondere für die freie Szene gestaltet werden?

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Die Freie Szene umfasst eine große Vielfalt an Akteur*innen und Einzelkünstler*innen über Initiativen und Clubs bis zu Freien Theatern – und hat entsprechend unterschiedliche Bedürfnisse. Kultur ist dabei kein freiwilliger Zusatz, sondern ein zentraler Baustein der Stadtentwicklung: Mit Kultur gestalten wir Stadt, Pflichtleistungen verwalten sie. Zugleich ist Kultur die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Stadt, in der gesellschaftliches Miteinander, Werte, Bildung und Experimentierfreude entstehen.

 

Vor diesem Hintergrund stehen wir vor mehreren Herausforderungen: einer restriktiveren Förderpraxis von Bund und Land, steigenden Tarifkosten, baulichen Eingriffen, demografischen Veränderungen sowie einem veränderten Publikumsverhalten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer multiperspektivischen Förderstrategie: der Weiterentwicklung lokaler Förderinstrumente inklusive Tarifdynamiken, der Begleitung von Übergängen in der Freien Theaterszene, der Unterstützung bei räumlichen und baulichen Fragen sowie der Stärkung von Sichtbarkeit und Vernetzung der Initiativen.

Wie möchte Ihre Partei der Stadtgesellschaft die elementare Bedeutung von Staatstheater und Philharmonischem Orchester vermitteln und vermitteln lassen?

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Staatstheater, Philharmoniker, Ballett und Chor sind zentrale kulturelle Anker Augsburgs. Priorität hat die zügige Sanierung aller Spielstätten innerhalb von Zeit- und Kostenrahmen, um Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Auf Basis des Bürgerbeteiligungsprozesses soll ein offenes Haus für Kulturaktive und Stadtgesellschaft entstehen. Neben den baulichen Maßnahmen stehen die A-Werdung und die Einführung des Digitaltheaters als inhaltliche Entwicklungsschwerpunkte im Fokus. Die Ausbildung – insbesondere durch die Paul-Ben-Haim-Musikakademie – ist dauerhaft zu sichern. Internationale Gastspiele und die Vorreiterrolle im Digitaltheater stärken die überregionale und internationale Sichtbarkeit Augsburgs. Grundlage dafür ist ein vertrauensvolles, kollegiales Miteinander im Stiftungsrat, das zentrale Entscheidungen trägt und dem Staatstheater den nötigen Rückhalt gibt, um als künstlerischer Innovations- und Transformationsmotor der Stadt neue Wege zu gehen.

Welche Pläne hat Ihre Partei für die Finanzierung und strukturelle Absicherung kultureller Bildung im Schulalltag?

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Kulturelle Bildung ist ein zentraler Schlüssel für Teilhabe, Chancengerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Bildung. Die Handlungsempfehlungen der Stabsstelle Kulturelle Bildung müssen schrittweise umgesetzt und die neu eingerichtete Stabsstelle strukturell gestärkt werden – insbesondere durch bessere Vernetzung, digitale Angebote und Unterstützung bei der erfolgreichen Drittmittelakquise. Der Handlungsleitfaden “Kulturelle Bildung in Augsburg” bildet dafür eine tragfähige Grundlage.

Die definierten Handlungsfelder reichen von Struktur, Finanzierung und fairen Honoraren über Teilhabe, neue Zielgruppen und Formate bis hin zu noch mehr Kooperationen mit Schulen wie auch Kitas, Netzwerkarbeit, Sichtbarkeit sowie Qualitätssicherung und Fortbildung.