Deutsche Tierlobby e.V.
Verlangt wurde eine Stellungnahme zu den folgenden 10 Forderungen, die in der Kommune umsetzbar wären.
Heimtierschutzverordnung inkl. Kastrationspflicht (Freiläuferkatzen) und Kennzeichnungpflicht einzuführen. Begleitend dazu Aufklärungsarbeit
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Ja. Wir setzen uns für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht der Freigängerkatzen ein. Ein freiwilliger Hundeführerschein soll verantwortungsvolle Haltung fördern – mit Steuerermäßigung auf die Hundesteuer als Anreiz.
Kostendeckende finanzielle Unterstützung für das regionale Tierheim. Mehr Gelder für Tierrettungen und Notfallstationen für verletzte Wildtiere und Haustiere
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Ja. Wir unterstützen das Tierheim Augsburg und Einrichtungen wie die LechArche bei Modernisierung und Ausstattung. Die jährlichen Mittel konnten verstetigt werden.
Die Aufnahme von Tierschutzaspekten in Pachtverträge mit Zirkusunternehmen und Schaustellern. Keine Genehmigung für Zirkusgastspiele mit Tieren und Ponykarussells auf Jahrmärkten
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Ja. Wir wollen tierfreie Unterhaltung und Kulturformate fördern. Zirkusse mit Tieren sollen auf städtischen Flächen keinen Platz mehr finden. Bisherige Grüne Anträge sind jedoch gescheitert mit der Begründung, dass diese Praxis bislang nicht rechtssicher umsetzbar wäre.
Wir wollen dass die Stadt bestehende Strukturen, in denen Tiere gehalten oder zur Unterhaltung eingesetzt werden, auf ihre Tierschutzkonformität prüft und langfristig tierleidfreie Alternativen entwickelt.
Die Entwicklung bzw. Fortschreibung eines wissenschaftlich fundierten Stadttaubenkonzeptes
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Ja. Bereits in den 1990er Jahren wurde in Augsburg ein fortschrittliches, tierschutzgerechtes Verfahren (Stadttaubenkonzept) etabliert, das deutschlandweit Beachtung findet. Ein zentraler Bestandteil davon sind auf das Stadtgebiet verteilte Taubenschläge und -türme, die vom Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e.V. betreut werden. Dort werden die Tiere gefüttert und Eier werden durch Attrappen ersetzt. Zuletzt kam im Stadtteil Herrenbach ein weiterer Taubenturm dazu.
Die Bestellung eines ehrenamtlichen kommunalen Tierschutzbeauftragten oder eines Tierschutzbeirates. Für diesen kommen Personen in Frage, welche z.B. im Tierschutz oder in der Tiermedizin tätig sind.
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Ja. Einen entsprechenden Antrag haben wir bereits eingereicht. Dieser wird gerade von der Verwaltung bearbeitet.
Zoos zu einer artgerechten Haltung verpflichten. Dazu gehört die Haltung von Tieren in Zoos zu verbieten, die nicht artgerecht gehalten werden können, wie z.B. Delfine.
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Ja. Wir begleiten die Entwicklung des Augsburger Zoos stets kritisch und zukunftsorientiert. Der Artenschutz und eine artgerechte Haltung stehen dabei für uns an erster Stelle. Wir wollen zudem im städtischen Zoo die heimische Tierwelt stärker sichtbar machen und Bildungsangebote ausbauen.Gemeinsam mit dem städtischen Landschaftspflegeverband werden bereits einige heimische Arten wie z.B. Kreuzottern präsentiert.
Ausweisen großzügiger Böllerverbotszonen an Silvester
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Ja. Wir sprechen uns seit Jahren für diesbezügliche Einschränkungen aus. Zuletzt haben wir im Oktober 2025 eine Neuregelung beantragt, die eine Ausweitung der feuerwerksfreien Zonen im Stadtgebiet und ein öffentlich zugängliches Alternativprogramm (z.B. Lasershow) zum Jahreswechsel vorsieht. Der Antrag wird gerade von der Verwaltung bearbeitet.
In Kindergärten bzw. kommunalen Betreuungseinrichtungen Projekte zum Tierschutz anstoßen oder Wettbewerbe initiieren
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Ja. Kinder sollen früh lernen, respektvoll mit ihrer Umwelt umzugehen. Deshalb wollen wir Tierschutz, Artenvielfalt und Naturerfahrungen stärker in Kitas, in Jugendzentren und -treffs und in Schulen verankern. Die Bildungsarbeit soll auch kritische Aspekte wie Tierausbeutung thematisieren, um ein Bewusstsein für nachhaltige und tiergerechte Lebensweise zu fördern. Grundsätzlich wurde Bildung für nachhaltige Entwicklung in Augsburg durch eine strukturelle Verankerung des Themas im Referat für Bildung und Migration, unser neues Umweltbildungszentrum sowie durch eine Erweiterung der Angebote auf eine neue Stufe gehoben. Das vielfältige, qualitativ hochwertige Angebot wird von Schulen und Kitas intensiv genutzt.
Tägliches Angebot an vollwertigen pflanzlichen Gerichten in allen Öffentlichen Kantinen und bei Großveranstaltungen im öffentlichen Raum
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Ja. Durch den Einsatz unserer Bildungsreferentin und Bürgermeisterin Martina Wild konnte der Bioanteil in Kitas auf 77% gesteigert werden, die Schulen sollen folgen. Öffentliche Verpflegung in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und städtischen Einrichtungen soll im Sinne der Biostadt auch in Zukunft regional, bio, tierfreundlich und mehrheitlich pflanzenbasiert sein.
Wir wollen erreichen, dass in öffentliche Einrichtungen und auf Veranstaltungen verstärkt vegane Angebote bereitgestellt werden, um allen Menschen den Zugang zu nachhaltiger und tierleidfreier Ernährung zu erleichtern.
Aufklärungsarbeit über die Chancen pflanzlicher Ernährung für den Klimaschutz und die Gesundheit
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Ja. Wir wollen Bildungs- und Informationsangebote rund um pflanzenbasierte Ernährung stärken. Durch Aktionen wie Bio-Pausenbrot von der Stadt oder “Prima Klima-Pausenbrot” vom städtischen Landschaftspflegeverband wird versucht, den Kindern den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimaschutz zu vermitteln. In vielen Kitas gibt es inzwischen zudem Frischküchen und damit hervorragende Lernorte, um gemeinsam mit den Kindern ökologische, pflanzliche Lebensmittel zuzubereiten und (zusammen mit den Familien) den Grundstein für eine umweltbewusste und gesunde Ernährung zu legen.