Bündnis für Menschenwürde
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Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um gleiche Chancen und gesellschaftliche Teilhabe für alle Augsburgerinnen und Augsburger zu fördern?
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Ich will die Fortschritte sichern, stärken und sichtbarer machen (z.B. Stadtteilmütter, Netzwerk muslimischer Frauen), mehr niederschwellige Bildungsangebote und Begegnungsorte wie den geplanten Bildungsmittelpunkt Oberhausen schaffen und der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) beitreten. Außerdem soll unsere Verwaltung auf allen Ebenen diverser werden.
Wie stellen Sie sicher, dass Perspektiven aus der gesamten Stadtgesellschaft in Entscheidungsprozesse einfließen?
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Unsere Grüne Liste ist vergleichsweise divers, weil Offenheit bei uns groß geschrieben wird. Darüber hinaus setze ich mich für neue Wege der Bürgerbeteiligung ein, um alle, explizit auch migrantische Gruppen, zu erreichen und aktiv einzubeziehen. Ein wichtiges Gremium ist hier auch der Integrationsbeirat, den ich in der letzten Periode nochmals gestärkt habe. Alle Perspektiven sind wertvoll!
Kommt für Sie eine (punktuelle) Zusammenarbeit mit einer rechtsextremen Fraktion im neuen Stadtrat in Frage?
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Nein. Ich bin nicht bereit, demokratiezersetzende Kräfte durch Zusammenarbeit zu normalisieren und damit ihre gefährlichen Positionen zu stärken. Wir GRÜNE stehen für Vielfalt und Zusammenhalt. Augsburg ist eine vielfältige, offene Stadt. Wir lassen uns nicht spalten! Stattdessen fördern wir den Dialog, unterstützen Demokratieprojekte und schaffen so ein gutes Miteinander.
Wie wollen Sie diesen Beitrag sichtbarer machen und eine positive Erzählung über Vielfalt stärken?
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Seit Gründung unserer Stadt kommen Menschen aus der ganzen Welt nach Augsburg, um hier zu arbeiten und zu leben. Unser EU-Projekt DIWA macht migrantische Geschichten u.a. durch ein Zeitzeugenprojekt, Stadtführungen und Ausstellungen, in Museen und Archiven sichtbar. Solche Ansätze will ich verstetigen und weiterentwickeln. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke!
Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die Stadt Fördermittel nutzt und Beratungsstrukturen ausbaut, damit niemand am Anfang allein gelassen wird?
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Gute Beratungsstrukturen öffnen Türen und machen Augsburg inklusiver. Mit dem Zentrum für Interkulturelle Beratung hat Augsburg eine wichtige Anlaufstelle. Auch Strukturen wie unsere Integrationslotsen oder die muslimische Seelsorge Augsburg (MUSA) haben sich bewährt. Solche Angebote möchte ich erhalten und ausbauen und dafür Fördermittel einsetzen.
Wie werden Sie im Wahlkampf und in Ihrer Arbeit im Stadtrat diese Realität offensiv vertreten – auch gegenüber Kräften, die Vielfalt infrage stellen?
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Augsburg ist geprägt von Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen. Rund die Hälfte hat Migrationsgeschichte. Vielfalt ist Normalität und Chance. In den letzten Jahren haben wir einen bewussten Perspektivenwechsel vollzogen: Im Mittelpunkt stehen nicht mehr allein Herkunftsmerkmale, sondern Gelingensbedingungen für Integration und Zusammenleben. Nur so sind wir zukunftsfähig. Wer das infrage stellt, agiert realitätsfremd und gefährdet den gesellschaftlichen Frieden!
Wie werden Sie im Wahlkampf und im Falle Ihrer Wahl in Ihrer Arbeit im Stadtrat mit dem Thema der positiven Auswirkungen von Migration umgehen?
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Ein wichtiger Aspekt ist Sichtbarkeit. Mit dem “Zukunftspreis zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenlebens” feiern wir gelungene Integrationsprojekte. In der „Zwischenzeit“ hatten wir eine Dialogstätte mit Fokus auf Erfolgsgeschichten migrantisierter Menschen – als Begegnungsort mit Ausstellungen und Mitmachaktionen. Das Zusammenleben in der Vielfaltsmetropole Augsburg funktioniert. Migration ist Teil unseres Alltags, Teil unserer Identität, Teil unserer Zukunft – und das ist gut so!
Werden Sie sich dafür einsetzen, dass das eigens initiierte Alternativ-Programm zum entfallenen "Demokratie leben!" verstetigt und ausgebaut wird?
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Ja. Nur eine dauerhafte Förderkulisse schafft die nötige Planungssicherheit, um auch längerfristige Projekte umsetzen zu können und damit nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Wir haben deshalb einen städtischen Demokratiefördertopf aufgestellt. Außerdem habe ich veranlasst, dass wir uns erneut für “Demokratie leben!” bewerben. Ich hoffe auf eine Zusage in den nächsten Wochen.
Welche weiteren Initiativen planen Sie, um demokratische Werte und Menschenwürde – insbesondere in Augsburger Schulen – zu stärken?
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Wichtige Bausteine sind der Aktionsplan Integration und der Aktionsplan gegen Antisemitismus. Konkret wollen wir mit neuen Projekten (z.B. Demokratie-Verteidiger*innen), durch den Ausbau bestehender Strukturen (z.B. Lernort Rathaus, Heroes, Runder Tisch mit den “Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage”, Kinderrechte-Wochen in den Kitas) und durch eine Intensivierung der Aktivitäten im Kontext Erinnerungskultur demokratische Werte stärken.
Wie wollen Sie diese Stelle personell und strukturell weiterentwickeln und die Zivilgesellschaft stärker einbinden?
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Antidiskriminierungsarbeit ist für uns kommunale Pflicht. Ich setze mich dafür ein, dass die Zentrale Antidiskriminierungsstelle mehr Mittel erhält und noch stärker mit dem Büro für gesellschaftliche Integration und der engagierten Zivilbevölkerung kooperiert. Außerdem, soll eine städtische Antidiskriminierungssatzung geprüft werden. Als KommA-Modellkommune sind wir Teil einer deutschlandweiten Allianz mit dem Ziel, besser und strukturierter auf Konfrontationen mit Hass und Hetze zu reagieren.
Die Fachstelle für Demokratie entfaltet bisher wenig öffentliche Wirkung. Welche konkreten Schritte wollen Sie unternehmen, um das zu ändern?
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Die Fachstelle im Büros für Kommunale Prävention soll als Motor für proaktive Präventionsarbeit demokratische Kultur in Stadtverwaltung und Gesellschaft stärken. Mit Projekten wie „Demokratie-Orte“ oder der Langen Nacht der Demokratie gibt es bereits vielversprechende Ansätze. Ich setze mich dafür ein, dass die Stelle künftig mit mehr Mitteln und Kompetenzen ausgestattet wird.
Wie wollen Sie die Halle 116 inhaltlich und pädagogisch weiterentwickeln, damit jede Augsburger Schulklasse die Möglichkeit hat, diesen Gedenkort zu besuchen?
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Ein erster Schritt bestand 2023 darin, die Halle 116 als Erinnerungs- und Lernort zugänglich zu machen. Jetzt müssen wir den dauerhaften Betrieb sicherstellen. Um das Gedenken lebendig zu halten, brauchen wir innovative, möglichst interaktive Konzepte sowie Mittel für deren Umsetzung. Außerdem soll ein Trägerverein etabliert werden, der sich für die Belange der Halle 116 einsetzt.
Welche nächsten Schritte planen Sie, um das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus sicherzustellen?
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Mit dem Aktionsplan gegen Antisemitismus haben wir eine gute Grundlage geschaffen – vom Ausbau des Netzwerks “Gedenktafeln – Gedenkstätte: Erinnern, Lernen, Verändern” über Theaterprojekte (Jungen Theater: “Tacheles”) und Schulungen und Workshops für städtische Lehrkräfte über die Stadtakademie bis hin zur Installation eines festen Etats, um Angebote zu entwickeln und die Durchführung zu finanzieren. Jetzt gilt es, diese konsequent umzusetzen!
Wie stehen Sie zur Forderung der STolperstein-Initative und der Erinnerungswerkstatt, an alle NS-Verfolgten mit dezentralen Zeichen erinnert zu werden?
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Der sogenannte “Augsburger Weg” mit Erinnerungszeichen und Stolpersteinen, die an NS-Opfer erinnern, war das Ergebnis einer langen Diskussion mit verschiedenen Opfergruppen und Initiativen. Einer Veränderung des Opferbegriffs müsste ein ähnlicher Prozess vorausgehen. Neben Initiativen wie der Erinnerungswerkstatt, dem Initiativkreis Stolpersteine und der Kommission für Erinnerungskultur müssten v.a. die Opfergruppen einbezogen werden.